
Netzwerkkontakte
Wir vermitteln Ihnen gern persönliche Gesprächspartner und haben Ihnen hier für erste Informationen die wichtigsten Kontaktdaten zusammengestellt.
Bei der Entwicklung des Projekts ORGAN haben wir großen Wert daraufgelegt, die wichtigsten Akteure im Bereich der Lebendnierenspende persönlich kennenzulernen, um Ihnen bestmögliche Informationen und Kontakte vermitteln zu können. Das betrifft in erster Linie Transplantationszentren, Rehakliniken und Betroffenenverbände.

Transplantationszentren
Insgesamt gibt es in Deutschland 42 Transplantationszentren, von denen 26 unter anderem auf Nieren spezialisiert sind, wobei dir jährlichen Fallzahlen unterschiedlich hoch sind. Sie können die Klinik deutschlandweit frei wählen und beispielsweise auch – wenn Sie unsicher sind – in zwei Zentren Termine vereinbaren.
In zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen haben wir festgestellt, dass die meisten Niedersachsen die Transplantationszentren in Hannover, Göttingen, Hamburg, Bremen oder Münster aufsuchen, so dass wir uns auch darauf fokussiert haben. Wir vermitteln Ihnen gern persönliche Gesprächspartner und haben Ihnen hier für erste Informationen die wichtigsten Kontaktdaten zusammengestellt.
Hauptgebäude: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover
Transplantationszentrum: Gebäude K25, Stadtfelddamm 65, 30625 Hannover: https://www.mhh.de/transplantationszentrum
MHH-Kinderklinik, Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen und Neuropädiatrie: https://www.mhh.de/kliniken/klinik-fuer-paediatrische-nieren-leber-und-stoffwechselerkrankungen-und-neuropaediatrie
Informationen zu Lebendnierenspenden: https://www.mhh.de/kliniken-und-spezialzentren/interdisziplinaere-transplantationsambulanz/die-lebendspende
Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat seit 1968 insgesamt über 3.300 Nieren transplantiert. Jetzt finden jährlich zwischen 130 und 150 Nierentransplantationen statt (2023/24) und der Anteil von Lebendspenden ist kontinuierlich gestiegen und macht aktuell rund ein Drittel aus. Seit 1970 finden in der MHH auch Transplantationen bei Kindern und Jugendlichen statt – in über 50 Jahren erhielten über 1.800 junge Patientinnen und Patienten dort eine neue Leber oder Niere. Aktuell werden in der Kinderklinik jährlich rund 20 Nieren und 30 Lebern transplantiert, viele davon nach Lebendspenden.
- Robert-Koch-Straße 40, 30075 Göttingen
- Nierentransplantationsambulanz: https://nephrologie-rheumatologie.umg.eu/ueber-uns/ambulanzen/nierentransplantationsambulanz-tx-ambulanz/
- Informationen zu Nierenlebendspenden: https://nierentransplantation.umg.eu/patienten-besucher/nierenlebendspende/
- Informationen zu Nierentransplantationen: https://nierentransplantation.umg.eu/
Seit 2024 ist die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ein anerkanntes Nierentransplantationszentrum und hat im ersten Jahr 17 Nieren transplantiert, darunter zwei Lebendspenden. Es besteht eine Kooperation mit dem Klinikum Hann. Münden (KHM), die u.a. die gemeinsame Betreuung von Transplantationspatient: innen beinhaltet, so dass beispielsweise die Nachsorge wohnortnah in beiden Einrichtungen auf gleichem Niveau stattfinden kann.
- Martinistraße 52, 20246 Hamburg
- Transplantationszentrum: https://www.uke.de/kliniken-institute/zentren/universitaeres-transplantations-centrum/index.html
- Informationen zu Lebendspende: https://www.uke.de/kliniken-institute/zentren/universitaeres-transplantations-centrum/lebendspende/index.html
Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) führt jährlich durchschnittlich 80 Nierentransplantationen durch. Rund ein Drittel davon basieren auf Lebendspenden. Seit 1991 betreibt das UKE auch ein spezielles Transplantationsprogramm für Kinder – mit einem besonderen Fokus auf Lebertransplantationen bereits ab dem Säuglingsalter.
- Transplantationszentrum: St.-Jürgen-Str. 1, 28205 Bremen
- https://www.gesundheitnord.de/urologischeklinik/transplantationszentrum.html
- Informationen zu Lebendnierenspende: https://www.gesundheitnord.de/nieren.html
Seit der Gründung im Jahr 1988 hat das Transplantationszentrum am Klinikum Bremen-Mitte insgesamt 1185 Nierentransplantationen durchgeführt, davon 173 nach Lebendspenden. Im ersten Halbjahr 2025 waren es 17 Transplantationen, darunter 7 Lebendspenden.
- Hauptgebäude: Albert-Schweitzer-Campus 1, 48149 Münster
- Nierentransplantations-Ambulanz: Waldeyerstraße 1: https://web.ukm.de/medd-sprechstunde/nierentransplantations-ambulanz
- Infos zu Organtransplantationen: https://web.ukm.de/chir-transplantationen
Im Universitätsklinikum Münster werden seit 1964 Nierentransplantationen durchgeführt – inzwischen mehr als 4.000. Aktuell werden hier jährlich rund 100 Nieren transplantiert.

Rehakliniken
Mit einer erfolgreichen Transplantation beginnt ein neuer Lebensabschnitt. In der Rehabilitation nach Organtransplantation und Lebendspende werden Betroffene auf diese neue Lebensphase vorbereitet. Die Nachsorge dient der Erhaltung und Förderung der Gesundheit von Spender:in und Empfänger:in nach der Operation. Neben der medizinischen Versorgung werden auch die alltäglichen Aspekte des Lebens mit einer Niere wie beispielsweise eine Ernährungsumstellung thematisiert.
Viele Betroffene berichten, wie wichtig eine Reha für sie war – ob allein oder als Spender- und Empfängerpaar. Nachdem Spender:innen lange Zeit bei der Rehabilitation sehr stiefmütterlich behandelt wurden, gibt es inzwischen auch Kliniken mit besonderen Angeboten genau für diese Zielgruppe.
Die ersten drei Rehakliniken in der folgenden, unvollständigen Liste werden von Patienten aus Niedersachsen besonders häufig aufgesucht, so dass wir dort für Sie mehrtägige Hospitationen absolviert haben und individuelle Kontakte vermitteln können. Wichtig für Sie zu wissen: Sie haben ein Wunsch- und Wahlrecht bei der Auswahl der Rehaklinik.
- Wörnerweg 30, 83670 Bad Heilbrunn
- https://www.fachklinik-bad-heilbrunn.de/
Die Fachklinik in der Nähe von Bad Tölz bietet Rehabilitation in jedem Stadium einer Nierenerkrankung und ein spezielles Nachsorgekonzept für Organtransplantierte und Nierenspender:innen. Dazu zählen:
- Die stationäre Anschlussheilbehandlung nach einer Nierentransplantation als dreiwöchiger Aufenthalt.
- Die Rehabilitation bzw. Anschlussheilbehandlung nach einer Nierenlebendspende. Dieser dreiwöchige Aufenthalt kann auch als "Kombi-Reha" mit dem Empfänger erfolgen.
- Die Langzeitnachsorge nach einer Nierentransplantation, ein zweiwöchiger Aufenthalt für alle länger transplantierten Patienten.
- Am Seeblick 217192 Klink
- https://www.mueritz-klinik.de/
- Transplantationsmedizin: https://www.mueritz-klinik.de/medizin-und-pflege/transplantationsmedizin
Die Klinik an der Müritz bietet Rehabilitation für Organtransplantierte und Lebendspender:innen und bereitet sie auf ihre neue Lebensphase vor. Hier werden auch Rehas für Kinder vor und nach einer Transplantation sowie Familienrehas angeboten.
- Seute-Deern-Ring 2024351 Ostseebad Damp
- https://www.vitrea-gesundheit.de/kliniken/damp-ostseeklinik/
- Fachbereich Dialyse: https://www.vitrea-gesundheit.de/kliniken/damp-ostseeklinik/unser-angebot/unsere-fachbereiche/dialyse/
Die Klinik bietet Dialysepatienten und Organtransplantierten rehabilitationsmedizinische sowie vorbeugende Behandlungskonzepte.
- Burgunderstraße 24, 77770 Durbach
- https://www.staufenburg-klinik.de/
Die Klinik in der Nähe von Straßburg ist eine Rehabilitationsklinik für Innere Medizin mit den Fachrichtungen Onkologie, Uro-Onkologie, Diabetologie, Nephrologie, Adipositas, Nierentransplantation und Orthopädie.
Informationen zur Nachsorge nach Nierentransplantation und Lebendspende
Kliniken Hartenstein, Bad Wildungen
- Günter-Hartenstein-Str. 8, 34537 Bad Wildungen
- https://www.kliniken-hartenstein.de/
- Rehaangebote nach Nierentransplantation und Lebendspende: https://www.kliniken-hartenstein.de/nephrologie/
Die Klinik bietet Nachsorge im Anschluss an eine Nierentransplantation, Verlaufskontrollen nach länger zurückliegenden Transplantationen sowie die Betreuung von Lebendnierenspender:innen.
- Stronach 7, 9992 Iselsberg-Stronach, Österreich
- https://www.ederhof.eu/
Der Ederhof liegt in Tirol im Bezirk Lienz und ist die einzige deutschsprachige Rehaeinrichtung, die ausschließlich auf organtransplantierte Kinder und Jugendliche spezialisiert ist. Das Rehazentrum bietet eine integrative und familienorientierte Therapieform für Kinder und Jugendliche mit Organerkrankungen vor und nach der Transplantation, für Kinder und Jugendliche mit Dialysepflicht und bezieht deren Familien mit ein. Dieses Konzept geht auf den 1997 verstorbenen Prof. Dr. Rudolf Pichlmayr zurück, der in der Medizinischen Hochschule Hannover die Abteilung für Abdominal- und Transplantationschirurgie geleitet hat als Pionier der Transplantationsmedizin gilt.
Der Ederhof ist als Rehazentrum inzwischen auch von vielen deutschen Kostenträgern anerkannt.

Betroffenenverbände
Selbsthilfe ist ein wichtiger Baustein in unserer Gesellschaft, denn wenn sich Menschen mit gleichen oder ähnlichen Problemen zusammenschließen, um sich gegenseitig zu helfen, können sie sehr voneinander profitieren. Sie tauschen sich auf Augenhöhe aus und unterstützen sich dadurch nicht nur emotional, sondern auch durch ihre individuellen Erlebnisse und Erfahrungen beispielsweise mit einer schweren Krankheit.
Die wichtigsten Akteure, die sich in Betroffenenverbänden zum Thema Nierentransplantation und Lebendspende organisiert haben, finden Sie hier aufgelistet.
- Geschäftsstelle: Kakkteenweg 9, 55126 Mainz
- https://www.bundesverband-niere.de/
Der 1975 gegründete Bundesverband Niere e.V. (BN e.V.) ist mit rund 14.000 Mitgliedern und 130 regionalen Gruppen die größte Selbsthilfeorganisation der Dialysepatienten und Nierentransplantieren Deutschlands. Ziel ist die Verbesserung der Lebenssituation von chronisch Nierenkranken, von Dialysepatient:innen und Nierentransplantierten. Der Bundesverband Niere e.V. hat beispielsweise 2019 das Selbsthilfeprojekt „PatientenBegleiter – Wege gemeinsam gehen“ ins Leben gerufen, bei dem Betroffene geschult werden, um für Mitpatienten als Ansprechpartner und Unterstützer zur Verfügung stehen zu können. Das jährlich veranstaltete „Familien-Nephro-Symposium“ informiert mit Vorträgen aus Medizin, Sozialrecht und Organspende, mit Einzel- und Gruppengespräche oder Schulungen für Patient:innen.
- Geschäftsstelle: Goseriede 15, 30159 Hannover
- https://www.lnni.de/
Der Landesverband ist für Betroffene in Niedersachsen zuständig und bietet mit 11 Regionalgruppen über das ganze Bundesland verteilte Ansprechpartner. Die Akteure vor Ort kennen die Sorgen und Fragen von Patient:innen und Angehörigen zu Dialyse und Transplantation und bieten ihnen Treffen, Gespräche, Informationen und Beratung in zwangloser Atmosphäre. Die Mitglieder geben ihre eigenen Erfahrungen weiter und können beispielsweise auch darüber aufklären, worauf man nach einer Transplantation achten sollte und wie sich die Lebensumstände ändern.
- Kakteenweg 9, 55126 Mainz
- https://slod-ev.de/
Der Verein wurde 2012 als Teil des bundesweiten Selbsthilfenetzwerks nierenkranker Menschen in Deutschland gegründet, und ist der einzige, der sich ausschließlich der Lebendorganspende widmet. Die Entscheidungsphase für oder gegen eine Lebendspende ist sowohl für Spender:innen als auch für Empfänger:innen eine emotionale Ausnahmesituation. Der Verein unterstützt sie in dieser Situation mit Informationen und vertrauensvollem Austausch über persönliche Erfahrungen.
Ein Informationsangebot ist das jährliche SLOD-Symposium, auf dem Experten wie Ärzte oder Juristen ihr Wissen zur Lebendspende teilen und das insbesondere Gelegenheit für den Austausch unter Betroffenen bietet. Die nächste Veranstaltung findet am 29./.30.08.2026 in Mainz statt.
- Kastanienweg 56, 34246 Vellmar
- https://www.nierenkinder.de/
Der 1988 gegründete Verein ist aus einem Elternkreis chronisch nierenkranker Kinder entstanden. Sein Ziel ist der Erfahrungsaustausch von Eltern, Kindern und Jugendlichen untereinander und mit Ärzten und Schwestern als eine Form der Krankheitsbewältigung. Die Mitglieder wollen auf Basis ihrer eigenen Erfahrung helfen, die psychische Belastungen zu lindern, aber auch schulische, berufliche und soziale Probleme gemeinsam angehen. Der Verein versucht kontinuierlich durch die Teilnahme an unterschiedlichen öffentlichen Veranstaltungen auf die Belange von Familien mit nierenkranken Kindern und auf das Thema Organspende und Transplantation aufmerksam zu machen.
- Hans-Pinsel-Straße 4, 85540 Haar
- https://bdo-ev.de/
Der BDO e.V. möchte Betroffene vor und nach einer Organtransplantation, aber auch deren Angehörige bestmöglich unterstützen. Er setzt sich für die Interessen transplantierter Menschen ein und bietet eine Plattform für Austausch, Information und gegenseitige Hilfe. Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität von Transplantierten, die Förderung des Dialogs zwischen Betroffenen und Fachleuten und das aktive Eintreten für eine transparente Organspende- und Transplantationspolitik. Regelmäßige regionale Treffen, gemeinsame Aktivitäten oder Patientenseminare bieten Anlässe zum Austausch. Informationsmaterialien, Vorträge und das politische Engagement unterstützen das Engagement als Interessenvertretung im Bereich Organspende.
- Deutschherrnufer 52, 60594 Frankfurt am Main
- https://dso.de/
Auch wenn die DSO ausschließlich für die Koordination postmortaler Organspenden zuständig ist, sind die von ihr regelmäßig herausgegebenen Informationen für diejenigen, die sich mit dem Thema Organtransplantation beschäftigen, sehr interessant. Die DSO organisiert alle Schritte des Organspendeablaufs von der Mitteilung eines möglichen Spenders im Krankenhaus bis zur Übergabe eines Organs an das Transplantationszentrum. Bei ihr laufen alle Informationen zusammen, so dass beispielsweise der Jahresbericht Übersichten über alle beteiligten Kliniken, aber auch Zahlen zu allen Transplantationen (auch nach Lebendspenden) und den aktuellen Organspenden enthält.